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Krankheiten Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gabriele Ziekur   
Samstag, 22. August 2009 um 20:06
4.6/5 (8 Stimmen)

Ein großes Thema wenn es um Hunde aus dem Ausland geht sind: Krankheiten.In den meisten Fällen sind es genau die gleichen Krankheiten, die auch jeder "deutsche" Hund bekommen kann.Zu den häufigsten Krankheiten gehören:

Milben: sowohl Ohr als auch Hautmilben

Behandlung:

Milben sind sehr gut behandelbar mit Spot on Präparaten. Advocate hilft (auch als Therapie angewandt in 14 tägigen Abständen gegen Räude) sehr gut, in kurzer Zeit die Milben zu töten. Wir sind dazu übergegangen die reisenden Hunde mit Spot on zu behandeln. Das ist auch eine Geldfrage, denn die Spot on Präparate sind teuer - dennoch ist dies eine sehr wirksame Behandlung od Prophylaxe und wird von uns angewandt.

Darmparasiten

Behandlung:

Darmparasiten besonders einzellige Parasiten (z.B. Ghiardien) sind sehr anstecken. Sobald viele Hunde nebeneinander leben ist die Gefahr , daß sich diese Parastien ausbreiten, sehr groß. Wir versuchen in der Station durch entsprechende Hygiene die Ausbreitung zu verringern. Das ist jedoch schwierig. Ghiardien sterben erst bei 70 Grad heißem Wasser ab. Eine Reinigung mit einem Dampfstrahler sollte mehrmals am Tag erfolgen - das durchzuführen ist zur Zeit nicht machbar. Wir sind dazu übergegangen die vormalige 5 tägige Behandlung (vor der Reise nach Deutschland) mit einem (auch gegen einzellige Parastien) wirksamen Medikament auf 10 Tage auszuweiten. Die Behandlung beginnt 9 Tage vor Abreise, am Reisetag und endet am Ankunftstag. Diese verlängerte Entwurmung hat sich als erfolgreich erwiesen. - Es kann jedoch vorkommen, daß die Darmflora unter dieser langen, hochdosierten Behandlung leidet. Manche Hunde brauchen daher evtl. Schonkost und Präparate um die Darmflora wieder aufzubauen.Dies "Problem" halten wir aber für das "Geringere" - sodass wir diese Behandlung weiterführen werden.

Zahnprobleme

einige Hunde haben schlechte Zähne. Das kommt von der mangelhafte, schlechten Ernährung,als auch von Erkrankungen, die der Hund in jungen Jahren durchmachen mußte (z.B.Staupe) Ein großes Problem sind auch stark abgenutzte Zähne - diese Gebißschäden sind sehr oft bei ehemaligen Kettenhunden der Fall.(auf der Kette herumbeißen, od. an Gitterstäben beißen) Bei manchen Gebißschädigungen hilft eine Zahnbehandlung in Deutschland - in Ungarn läßt sich eine solche Behandlung nicht erreichen.

von Zecken übertragene Krankheiten

Wir versuchen durch Protectorbänder (die sehr teuer sind und wir daher noch in den Anfängen dieser Prophylaxemaßnahmen sind) die Hunde zu schützen. Spot on Gaben sind nicht kontrollierbar (man sieht nicht ob der Hund nun Prophylaxe bekommen hat, oder nicht) und auch nicht so lange wirksam.Wir stehen bezügl. eines Rundumschutzes noch in den Anfängen.Spot on Präparate (z.b. Advanthix od. Frontline)schützen Ihren Hund wirkungsvoll gegen alle von Zecken übertragbaren Krankheiten.

Leishmaniose, Ehrlichiose : sogen. "Mittelmeer Erkrankungen"

durch die Klimaerwärmung haben wir das Problem, daß die, bisher nur in südlichen Ländern vorkommenden Überträger dieser Erkrankungen (z.B. die Sandmücke) so langsam auch in "unsere" Klimabereiche vordringen, als auch in den Osten. Das Wissen jedoch um den Nachweis (Bluttests) und das Erkennen dieser Erkrankungen ist jedoch langsamer nachgerückt, als die Erreger. d.h. es gibt einige, (wenn auch noch seltene) Fälle dieser Erkrankungen in Ungarn, es gibt aber noch keine Nachweismethoden. Wir würden gerne jeden unserer Hunde Blut abnehmen und es testen lassen - jedoch muß dieses Blut noch in Labore nach Deutschland geschickt werden. Das ist eine sehr teure Methode. ZU TEUER. Schnelltests , wie sie in südlichen Ländern mittlerweile sehr üblich und auch aussagekräftig sind - gibt es in Ungarn noch keine.Bis es soweit ist, bleibt uns nur die Information. Wenn Sie für Ihren neuen vierpfotigen Freund ganz sicher sein möchten, dann empfehlen wir Ihnen in Deutschland bei einer Routineuntersuchung ein großes Blutbild machen zu lassen und auf die sogenannten Mittelmeer Erkrankungen testen zu lassen.Achten Sie aber darauf, daß es in einem, darauf spezialisiertem, Labor untersucht wird - denn nicht alle Laborergebnisse sind zuverlässig. Sobald es auch in Ungarn geeignete Testmöglichkeiten gibt, die zuverlässig und bezahlbar sind, werden wir alle "unsere" Hunde vorsorglich testen lassen.

Wenn Sie sich im Internet "schlau" machen bezügl. Leishmaniose und Ehrlichiose dann werden Sie herausfinden, daß Leishmaniose noch nicht nachgewiesen wurde in Ungarn und Ehrlichiose in absoluten Einzelfällen.

Herzwürmer

Herzwürmer kommen in sehr seltenen Fällen bei Hunden aus Ungarn vor. Herzwürmer kommen bisher nur im Süden von Ungarn vor und in einigen, wenigen Einzelfällen. Ist der Befall in den Anfängen, ist er durch gute Präparate behandelbar.Ist der Befall bereits viel zu weit fortgeschritten, gibt es keine Heilung.

Knochenerkrankungen (HD)

Große Hunde, vor allem Schäferhunde und deren Mixe lassen wir prophylaktisch  in Ungarn röntgen.

 

Zusammenfassend ist zu sagen: Wir können nicht in unsere Hunde hineinsehen. Wir versuchen alles in unserer Macht stehende zu tun "unsere" Hunde gesund nach Deutschland zu bringen.Es ist genauso auch in unserem Interesse, wie in dem ihrer kommender Besitzer.Wir versorgen "unsere" Glueckshunde mit Protectorbändern, Spot on Präparaten, sie sind geimpft, gechipt und große Hunde röntgen wir noch zusätzlich - mehr können wir zur Zeit nicht leisten.

Gabriele Ziekur/Initiatorin der Glueckshunde

 

 

 

 

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